Nachbericht zur WebCo „Recruiting Essentials für den Mittelstand“

Schafft Recruiting sich selbst ab?

Vielen Berufen und Berufsbildern stehen durch die voranschreitende Digitalisierung enorme Veränderungen ins Haus. Viele hat es bereits erwischt, das Recruiting und die Personalarbeit werden folgen; einen umfassenden Überblick über die aktuellen Trends und einige provokante Thesen erhielten die Teilnehmer dieser Web-Konferenz.

Schafft das Recruiting sich gerade selbst ab: Bots beantworten FAQs im Recruitierungsprozess, Künstliche Intelligenz hilft bei der Kandidatenauswahl, Kandidaten werden automatisiert im Web und in sozialen Netzen gesucht, gefunden und angesprochen.

Diese Phänomene und Trends bleiben und beschleunigen sich unaufhaltsam. Für HR und das Recruiting bedeutet das allerdings enorme Chancen. Der gezielte Einsatz von IT, KI und Automatisierung bedeutet mehr Geschwindigkeit und Performance – und vordere Plätze im Run auf die besten Talente.

Die Botschaft lautet: Wenn das Recruiting (und HR) sich nicht neu erfindet, schafft es sich ab. Früher oder später.

Bewerbermanagement mit Excel? Völlig out!

Häufiger anzutreffen, als man vielleicht denkt: Word und Excel als IT Unterstützung für das unternehmensinterne Bewerbermanagement. Dass durch die damit verbundenen administrativen Tätigkeiten wertvolle Arbeitszeit verschwendet wird, liegt auf der Hand. Schon ab 5 zu besetzenden Stellen können Bewerbermanagement-Systeme deutliche Entlastung im Recruiting und HR bringen – eine gute Option also auch für kleinere Unternehmen.

Was wichtig bei der Auswahl (und der Einführung) eines cloudbasierten Bewerbermanagement-Systems ist, wurde auf der WebCo anhand eines Best Case präsentiert. Einer der wichtigsten Aspekte: Datensicherheit und Datenschutz. Anbieter mit Serverstandorten sind hier klar im Vorteil.

Weiterhin und absolut nicht zu unterschätzen ist die Einfachheit der Implementierung und der Einfachheit der Bedienung im Live-Betrieb. Letzteres sollte auf jeden Fall so angelegt sein, dass die betreffenden Mitarbeiter ohne zusätzliche Unterstützung des Anbieters klarkommen.

Schließlich sind Skalierbarkeit und transparente Konditionenmodelle bei SaaS-Lösungen wichtig. Das System muss mit dem Unternehmen wachsen können. Die Vergütung sollte sich an der Größe und der Intensität der Inanspruchnahme des Systems orientieren.

Finden und gefunden werden

Wer als Arbeitgeber mit seiner Stellenanzeige im Internet gefunden werden will, muss wissen, wonach der ideale Kandidat sucht – und danach sein Stellenangebot optimieren.

Es reicht nicht, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen, was die optimale Stellenanzeige angeht. In der WebCo wurde sehr eindrucksvoll und live dargestellt, dass permanente Analytik und A/B-Tests messbare Erfolge bringen; sowohl was die Anzahl der eingehenden Bewerbungen als bezüglich des Zeitraums bis zur erfolgreichen Besetzung der Stelle.

Neben den richtigen Suchbegriffen muss die optimale Stellenanzeige lesefreundlich formuliert sein. Das heißt: Konzentration auf das Wesentliche, Vermeidung übertriebener Selbstdarstellung und die richtige Länge. Letzteres spielt insbesondere darauf an, dass Stellenangebote überwiegend mobil gesucht und gelesen werden. Inhalte über 2000 Zeichen, nicht mobilgrechte Aufbereitung und Hindernisse wie die Verlinkung auf PDF-Dokumente führen unweigerlich dazu, dass der Kandidat aus dem Prozess aussteigt.